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Altersvorsorgedepot und Frühstartrente: Chance oder Falle?

Ab 2027 ersetzt ein neues, staatlich gefördertes Depot die Riester-Rente, und Kinder bekommen 10 Euro im Monat vom Staat. Was dahintersteckt.

18. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit · Burak Turgut

Altersvorsorge

Die Riester-Rente hat ausgedient. Bundestag und Bundesrat haben eine Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen, die ab Januar 2027 gilt.[1] Kaum ein Finanzthema wird gerade so intensiv beworben und so kontrovers diskutiert.

540 €

Grundzulage pro Jahr maximal: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, 25 Prozent auf weitere bis zu 1.440 Euro. Dazu kommt die Kinderzulage.

Quelle: Verbraucherzentrale

Was das Altersvorsorgedepot bietet

  • Förderung: bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr, je Kind 100 Prozent auf bis zu 300 Euro Beitrag, einmalig 200 Euro Bonus für Berufseinsteiger unter 25. Mindestbeitrag sind 120 Euro im Jahr.[2]
  • Neu förderberechtigt: auch Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärzte.[1]
  • Standardprodukt: ein einfaches Depot aus einem Aktien- und einem Rentenfonds, ohne Garantie, mit einem Kostendeckel von 1,0 Prozent pro Jahr.[2]
  • Auszahlung: statt lebenslanger Rente auch ein Auszahlplan, zum Beispiel von 65 bis 85.[1]
  • Steuern: keine Steuern auf Erträge in der Ansparphase, dafür wird die spätere Auszahlung versteuert.[2]

Der Haken: die Kosten

Der Kostendeckel gilt nur für das Standardprodukt. Die Verbraucherzentralen rechnen bei anderen Angeboten mit Kosten von 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr und warnen vor einer Verkaufswelle zum Jahresende.[2] Ihr Rechenbeispiel: Schon 1,0 Prozent Kosten fressen über 40 Jahre rund ein Drittel der Erträge.

Deshalb sagen wir es offen: Auch Makler verdienen an der Vermittlung. Fragen Sie bei jedem Angebot nach der Effektivkostenquote und vergleichen Sie sie mit dem Standardprodukt. Bei uns bekommen Sie diese Zahl immer schriftlich.

Frühstartrente: 10 Euro für jedes Kind

Am 16. Oktober 2026 hat der Bundestag die Frühstartrente beschlossen.[3]

  • 10 Euro im Monat vom Staat für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, los geht es mit dem Jahrgang 2020 ab 2027.
  • Bis zu 1.440 Euro Startkapital kommen so über zwölf Jahre zusammen, plus Erträge. Eltern dürfen bis zu 6.840 Euro im Jahr zusätzlich einzahlen.
  • Angelegt wird in einem Altersvorsorgedepot oder, ohne eigenen Vertrag, ab 2028 in einem staatlichen Sondervermögen.
  • Ausgezahlt wird grundsätzlich erst ab 65. Die Erträge bleiben bis dahin steuerfrei.

Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht in allen Details abgeschlossen, einzelne Punkte können sich noch ändern.[3]

Und mein Riester-Vertrag?

Bestehende Verträge laufen weiter. Sie können später ins neue System wechseln, müssen aber nicht. Für die volle Zulage reichen bei Altverträgen weiterhin 60 Euro Mindestbeitrag. Die Verbraucherzentrale rät, alte Verträge nicht vorschnell aufzugeben.[2] Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt von Garantien, Kosten und Ihrer Restlaufzeit ab. Genau das rechnen wir gerne für Sie durch.

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