Mitte Oktober hat der Schätzerkreis seine Prognose vorgelegt: Im Durchschnitt sollen die Krankenkassen 2027 einen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent brauchen, so viel wie 2026.[1] Das klingt nach Entwarnung. Ist es aber nicht.
So weit liegen die Zusatzbeiträge der 93 Krankenkassen heute auseinander, bei weitgehend gleichen gesetzlichen Leistungen.
Prognose und Wirklichkeit
Schon für 2026 lautete die Prognose 2,9 Prozent. Tatsächlich erhoben die Kassen zum Jahresbeginn im Schnitt 3,13 Prozent.[2] Kassenvertreter rechnen auch für 2027 mit mindestens 3,1 Prozent. Welchen Satz Ihre Kasse ab Januar verlangt, entscheidet sie selbst.
Das ändert sich: kein Brief mehr
Seit dem 30. Juli 2026 müssen Krankenkassen ihre Mitglieder nicht mehr persönlich über eine Erhöhung informieren. Das Sonderkündigungsrecht gibt es trotzdem.[3] Prüfen Sie deshalb im Januar Ihre Gehaltsabrechnung oder die Website Ihrer Kasse.
So funktioniert der Wechsel
- Sonderkündigung: möglich bis zum Ende des Monats, in dem der höhere Beitrag erstmals gilt. Bei einer Erhöhung zum 1. Januar also bis 31. Januar.[3]
- Wirksam wird der Wechsel nach zwei vollen Monaten, im Beispiel zum 1. April. Bis dahin zahlen Sie den höheren Satz.
- Ohne Erhöhung sind Sie zwölf Monate an Ihre Kasse gebunden, danach können Sie jederzeit mit zwei Monaten Frist wechseln.
- Kündigen müssen Sie nicht selbst: Das erledigt die neue Kasse elektronisch.
- Ausnahme: Wer als freiwillig Versicherter einen Wahltarif Krankengeld hat, ist drei Jahre gebunden.
im Jahr spart ein Arbeitnehmer mit 3.800 Euro brutto zwischen der teuersten und der günstigsten Kasse, rund 42 Euro im Monat.
Nicht nur auf den Preis schauen
Die gesetzlichen Grundleistungen sind weitgehend gleich. Unterschiede gibt es bei Zusatzleistungen wie professioneller Zahnreinigung, Osteopathie oder Reiseimpfungen, bei Bonusprogrammen und beim Service.[3] Wer regelmäßig solche Leistungen nutzt, für den ist die günstigste Kasse nicht immer die beste. Wir vergleichen gerne mit Ihnen und prüfen dabei gleich, ob Zahn- oder Krankenhauszusatz sinnvoll ist.
Wie stehen Sie persönlich da?
Wir prüfen Ihre Situation kostenlos und unverbindlich.
- Deutsches Ärzteblatt: Schätzerkreis rechnet mit stabilem Zusatzbeitragssatz
- Cash.Online: Zusatzbeitrag 2027, Lücke zwischen Prognose und Realität
- Verbraucherzentrale: Zusatzbeitrag der Krankenkasse, Sonderkündigung und Wechsel möglich
Stand: 18. Oktober 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.
